Stellungnahme vom 10.09.2026 zum Bebauungsplan und Örtliche Bauvorschriften "Luitenbächer Höhe", Stadt Weinstadt

Frühzeitige Beteiligung gemäß §3 Abs.1 BauGB, Information der Verbände

Die Stellungnahme erfolgt im Namen und Vollmacht des Landesverbandes Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND).
Wir erkennen an, dass der Bebauungsplan die örtlichen Weinbaubetriebe unterstützen soll. In der vorliegenden Form bleiben jedoch zentrale Fragen zu Besucherzahlen, Aufenthalt, Verkehr, Parkplätzen, Versiegelung, Fahrradverkehr und Barrierefreiheit ungeklärt. 
Diese Punkte gewinnen deshalb an Bedeutung, da die Veranstaltungstage von etwa sechs Tagen auf 60 Tagen an 20 Wochenenden erheblich ausgeweitet werden. Dieser wesentlichen Erweiterungen der Veranstaltungstage wird unserer Meinung nach der Bebauungsplan nicht gerecht.


Aus diesen Gründen lehnen wir den Bebauungsplan in der vorgelegten Form ab.
Die Stadt Weinstadt geht in Spitzenzeiten von 450 bis 500 Besuchern aus; in der Verkehrsuntersuchung wird eine maximale Besucherzahl von 1.100 Menschen genannt. Auch wenn sich diese Zahl über den Nachmittag und die Abendstunden verteilt, bleibt voraussichtlich eine erhebliche Anzahl von Besuchern ohne Sitzplatz. In der Begründung zum Vorentwurf des Bebauungsplans werden lediglich 286 Plätze angegeben. Aus den Unterlagen geht nicht nachvollziehbar hervor, wo sich Personen ohne Sitzplatz während der Veranstaltung sicher und geordnet aufhalten sollen. Wir fordern daher ein belastbares Aufenthaltskonzept für den Veranstaltungsort.

Das vorgelegte Verkehrskonzept ist im Hinblick auf die Parksituation nicht schlüssig. 
Bei den erwarteten 360 bis 796 zusätzlichen Pkw-Fahrten ist nicht erkennbar berücksichtigt, dass zeitgleich Spieler und Besucher der Tennisplätze, der Sportplätze sowie Besucher des Friedhofs, insbesondere bei Beerdigungen, zusätzlichen Parkdruck erzeugen können. Zudem geht aus dem Verkehrskonzept nicht hervor, ob und in welchem Umfang die Mitarbeitenden der Veranstalter einbezogen wurden. Wir fordern daher eine nachvollziehbare Überarbeitung des Verkehrskonzepts. Ein Parkplatzsuchverkehr muss aus Gründen des Umweltschutzes vermieden werden.

Geplant ist der Bau von 20 zusätzlichen Parkplätzen. Dies führt zu weiterer Flächenversiegelung. Die vier geplanten Bäume auf dem Grundstück neben dem Veranstaltungsgelände stellen aus unserer Sicht keinen angemessenen Ausgleich dar. Wir fordern daher konkrete, wirksame und nachvollziehbar dargestellte Ausgleichsmaßnahmen für die zusätzliche Versiegelung.

Geplant sind 32 Fahrradabstellplätze am Rand der Weinberge bei der Luitenbächer Höhe. Aus den Unterlagen geht nicht hervor, wie viele Fahrräder an Veranstaltungstagen tatsächlich am Veranstaltungsort abgestellt werden. Wir fordern daher eine Erhebung des tatsächlichen Fahrradaufkommens an Veranstaltungstagen und, sofern erforderlich, eine entsprechende Anpassung der Anzahl und Lage der Fahrradabstellplätze.

Angesichts der in Spitzenzeiten erwarteten Besucherzahlen ist zu prüfen, ob Fußgänger- und Radverkehr räumlich getrennt werden sollten. Insbesondere bei stark frequentierten Veranstaltungen können größere Besuchergruppen und Fahrradverkehr zu Konflikten und Unfallrisiken führen. Wir fordern daher eine nachvollziehbare Bewertung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer.

Für Menschen im Rollstuhl sowie für ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist der Besuch von Veranstaltungen auf der Luitenbächer Höhe nur eingeschränkt oder nicht möglich. Damit diese Personengruppen nicht ausgeschlossen werden, ist ein barrierearmer Zugang sicherzustellen. Wir fordern daher die Einrichtung eines geeigneten Shuttledienstes; die Kosten sind vom Veranstalter zu tragen.